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 Soldatenleben

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BeitragThema: Soldatenleben   Mi Jun 01, 2016 11:57 pm

Dann stelle ich hier doch noch die vier OSen zu meiner Reihe "Soldatenleben" ein. Mit dem aktuellen McLynn-Pairing.
Nichts von Five-0 gehört mir, auch nicht die Charaktere. Alle Rechte liegen bei Peter Lenkov und CBS. Ich verdiene hiermit kein Geld.
Viel Spaß beim Lesen!

LG Alexey


F E A R

Lynn wälzte sich bereits zum hundertsten Mal unruhig von einer Seite zur anderen. Sie fand diese Nacht keine Ruhe. Immer wieder wanderten ihre Gedanken zu dem einen Mann, in dessen Bett sie gerade lag. Wach starrte sie die dunkle Decke an. Nur schwach schien der Mond hinein. Es war furchtbar. Steve raubte ihr den letzten Nerv. Niemals hätte sie es sich vorstellen können, dass es so schwer war. Jeden Morgen stand sie auf, ging ihrem Job nach und setzte ein Lächeln auf. Sie winkte über ihre Augenringe hinweg und hörte sich Scherze an, dass sie einfach keine Nächte durchmachen sollte. Doch tief in ihrem Innern war sie beunruhig, besorgt. Sie konnte nicht aufhören, an ihren Freund zu denken, mit dem sie bereits ein spektakuläres Abenteuer auf einer einsamen Insel überstanden hatte. Im nachhinein ein Erlebnis, dass sie lachend über die Lippen brachte. Doch nun ... Sie wünschte sich zurück in den Dschungel, um dieses Drama ein weiteres Mal zu durchleben und dem Tod einige weitere Male ins Auge zu blicken.
Nachdem sie Steve kennen gelernt hatte, hatte er ihr schnell eröffnet, dass er Navy-Reservist war, um als Cop für den Staat Hawaii zu arbeiten. Damals nur eine nette Vorstellung. Ein tolles Gefühl einen Mann zu kennen, der eine beschützen konnte - was Steve auch gut tat. Doch mit einigen weiteren Dates, hatte er weiter erzählt.
Lynn setzte sich auf. Die Beine ließ sie von der Bettkante baumeln. Sie strich sich durch das lange, blonde Haar.
Damals hatten sie in Steves Wohnzimmer auf der Couch gelegen. Er hatte ihr sanft über das Haar gestrichen, während sie auf ihm lag. "Weißt du, Lynn", hatte er damals angefangen, "ich bin bei der Reserve. Aber das weißt du schon. Du weißt jedoch nicht, was das genau bedeutet. Es kann immer etwas geschehen. Dort draußen in der Welt. Und wenn das passiert, kann ich in den aktiven Dienst beordert werden. Sie können mich an jeden Erdenklichen Ort der Welt senden, wo ich meinen Job als Navy-SEAL machen muss. Und dann bin ich Wochen, wenn nicht gar Monatelang weg. In dieser Zeit werde ich auch nicht mit dir oder dem Team reden können. Dann muss ich mich auf meinen Job konzentrieren." Damals hatte er es ihr bereits offenbart. Doch Lynn hatte es von sich geschoben. Ein was-wäre-wenn Szenario. Jetzt war er bereits seit über fünf Jahren Cop und hatte, bis auf das Reservistentraining, nie etwas wieder mit dem Militär zu tun gehabt.
Und dann kam der pariser Anschlag. Der Morgen danach war für sie alle ein Schock gewesen. Steve hatte in dem Moment, als er die Nachrichten sah, seinen Kaffee in der Hand vergessen. Lynn war kreidebleich geworden. Beide hatten sich nur erschrocken angesehen. Niemand sprach ein Wort. Es hätten Stunden sein können, die vergangen waren. In Wirklichkeit waren es nur wenige Sekunden oder Minuten gewesen. Das Telefon klingelte und eine unbekannte Nummer, für Lynn, erschien auf dem Display. Wortlos reichte sie es ihrem Freund. Sein Blick verhieß nichts Gutes. Er meldete sich mit seinem Rang und Namen. Aufmerksam hatte er den Worten gelauscht und ein 'Ich werde da sein' beendete das Telefonat. Sofort hatte Steve die Tasse auf den Tisch gestellt. Er drückte Lynns Hand. "Ich muss in den Einsatz."
"Five-0?", fragte sie hoffend. Mit dem Schlüssel in der Hand, hatte sich Steve noch zu ihr umgedreht. "Nein. Navy." Dann verschwand er zur Tür hinaus. Perplex blieb Lynn in der Küche zurück, starrte den Fleck an, wo Steve bis gerade eben noch gestanden hatte, und versuchte die Tragweite der wenigen Worte zu verstehen, die Steve zu ihr gesagt hatte.
Nun war schon eine Woche vergangen, seit Steve wieder im Einsatz war. Weder hatte Lynn eine Ahnung, wo er sich gerade befand, noch wie es ihm ging. Wenn sie wenigstens eine Information hätte, ob es ihm gut ging ... Sie strich sich über das Gesicht. 'Denk nicht gleich an das Schlimmste', sagte sie sich in Gedanken. Nicht so einfach, es zu akzeptieren! Jeden Tag verfolgte sie die Nachrichten, laß aufmerksam die Zeitung und versuchte rauszufinden, was in Thema Terror in der Welt los war. Insgeheim versuchte sie darin ein Lebenszeichen von Steve zu finden. Ein versteckter Hinweis, ob er wohl auf war. Logisch betrachtet, totaler Quatsch, doch sie hatte Angst. Angst, nie wieder etwas vom smarten Commander zu hören. Nicht mehr mit ihm zusammen sein zu können. So vieles konnte schiefgehen. Lynn hatte keine Ahnung, was er, wo gerade trieb. Welchen Einsatz er zu bewältigen hatte. Sollte Steve zurückkehren, würde er darüber schweigen. Militär-Einsätze wurden nicht einfach so aus dem Nähkästchen herausgeplaudert. Und Steves Einsätze waren mit Sicherheit Top-Secret und vollkommen geschwärzte Akten.
Lynn rannen die ersten Tränen über die Wangen. Das Bett fühlte sich so groß, einsam und kalt, ohne ihren Navy-SEAL, an. Seit dem vierzehnten November schlief sie hier schon. Versuchte auf diese Weise, ihrem Freund näher zu sein. Dadurch drehte sie weniger durch. Die Woche über, war sie tapfer geblieben und heute Vormittag hatte sie ihre Eltern besucht. Doch nun überfiel sie die Einsamkeit. Die Tränen ließen sie erzittern. Wie lange würde Steve fortbleiben? Wann käme er wieder? Kam er überhaupt zurück?
Diese ungeklärten Fragen konnte sie nicht beantworten. Das einzige, was sie tun konnte, war nach vorne zu blicken. Sie musste weiterleben und sehen, was die Zukunft brachte. Es war schwer, nicht einfach die Decke über den Kopf zu ziehen und nichts mehr von der Außenwelt wissen zu wollen. Ihr Herz schlug ihr schmerzhaft gegen die Rippen. 'Steve, wo bist du? Ich hoffe dir geht es gut und die kommst wohlbehalten zurück!', sprach sie hoffnungsvoll zu den Sternen auf.
Anschließend legte sich Lynn ins Bett zurück und schloss die Augen. Endlich glitt sie in den Schlaf.
Steve würde zu ihr zurückkommen. Da war sie sich ganz sicher. Sie musste nur Geduld haben.
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BeitragThema: Re: Soldatenleben   Mi Jun 01, 2016 11:59 pm

F I G H T

Ich hatte keine Ahnung, ob es bereits ein paar Tage her war oder schon Wochen zurücklag, seit ich in dieser Lage festsaß. Ich wollte auch nicht ernsthaft darüber nachdenken, da die Tage in einander übergingen und keiner es für nötig hielt, mir das Datum oder die Uhrzeit zu nennen. Sonnenlicht war mir ebenfalls fremd. Das einzige, woran ich mich blendend erinnerte, war der Moment, als jemand laut meinen Namen rief. Sofort hatte ich meinem Team Befehle zugebrüllt, sich zurückzuziehen, und dann war auch schon die Granate explodiert. Von der Druckwelle erfasst, war ich geradewegs rücklings gegen die Hauswand geknallt und hatte Universen gezählt, ehe ich komplett das Bewusstsein verloren hatte. Als ich wieder zu Bewusstsein gekommen war, hatte ich mich gefühlt wie in einem Déjà-Vu. Die Hände waren mit einem groben, harten Seil umbunden und waren hinter meinem Rücken verschnürrt. Über meinem Kopf steckte ein Sack. Zwei Personen zerrten mich grob durch den Dreck. Ich fühlte mich regelrecht an Afghanistan erinnert, als mich die Taliban geschnappt hatten, nachdem Catherine die Kinder befreit hatte. Doch diesmal befand ich mch nicht in deren Händen. Nein. Ich war geradewegs von der IS verschleppt worden. Und das war eine noch ungemütlichere Bande, als die Taliban – zumindest meiner Meinung nach.
Was die IS in Frankreich geschafft hatte, war einfach nur schlimm. Eine Verkettung ungünstiger Umständen hatte dazu geführt, dass überall in der Stadt die Bomben hochgegangen waren. Doch nun befand ich mich hier in ihrer Gewalt. Wie viel Zeit seit der Explosion der Granate vergangen war, konnte ich nicht sagen. Jedoch warfen sie mich immer wieder in eine Gefängniszelle und holten mich nur raus, wenn sie Informationen von mir haben wollten. Sie wussten, dass ich ein Soldat der US-Navy war. Ich Informationen haben konnte, welche die Truppen des US-Militärs betrafen. Also musste ich mich nicht verstellen und etwas vortäuschen. Deswegen hielt ich eisern den Mund, egal was sie mit mir machten. Auch hatte ich keine Kraft etwas zu unternehmen, um zu flüchten. Anfangs hatte ich es einmal versucht, war aber daran gescheitert, dass mein Bein bei jeder Belastung einknickte und ich regelmäßig halb das Gleichgewicht verlor. Zudem ich eine Risswunde oberhalb der Hüfte trug, von einem Granatsplitter. Leider war meine Schutzweste nicht lang genug, um alles richtig zu schützen. Mittlerweile trug ich nur noch Hemd und Hose, wobei ersteres voller Staub und Blut war. Mein Körper war von Blutergüssen und Verletzungen übersäht, mein Fuß gebrochen, genau wie einige Finger. Was sie sonst noch mit mir angestellt hatten, versuchte ich von mir zu weisen, doch ich sprach nicht. Entweder fand mich das Militär und ich war gerettet oder ich starb in den Händen der IS und hatte nichts über mein Heimatland erzählt. Dafür war ich ausgebildet worden. Nicht umsonst hatte ich die Höllenwochen über mich ergehen lassen.
Wieder öffnete sich die Holztür und jemand kam herein. Ehe ich etwas tun konnte, traf mich ein Stiefeltritt in die gebrochenen Rippen. Ich drehte mich zur Seite von ihm weg. Rutschte weiter bis zur Wand, wo ich mich aufsetzte. Einer der Terroristen brachte einen Teller mit Brot und etwas Wasser mit. Grimmig fixierte ich dessen dunkle Augen. Mein Wille war längst nicht gebrochen. Ich würde ihnen nicht wie ein ängstliches Vöglein aus den Fingern fressen. Einen Moment blickten wir uns an, dann stellte er den Teller ab, genau wie das Trinken. Kaum war er aus dem Raum, quälte ich mich darauf zu. Meine Seite tat nun noch schlimmer weh, wenn ich atmete. Ich aß das komplette, trockene Stück Brot auf. Endlich wieder etwas zwischen den Zähnen für den Magen. Ich bekam immer sehr unregelmäßig etwas zu essen, besonders wenn ich wieder für längere Zeit Bewusstlos zusammengebrochen war. Doch nun war ich froh darüber. Auch das Trinken nahm ich zu mir. Aufbehalten konnte ich es nicht. Der nächste warf es konsequent um, sodass es in der Erde versickerte. Deswegen trank ich es lieber gleich leer. Wer wusste, wann ich das nächste Mal wieder etwas zu trinken bekam. Vorsichtig kroch ich auf die Ecke zu und lehnte mich dagegen. Mit geschlossenen Augen versuchte ich etwas zu dösen. Irgendwie etwas Kraft zu finden, um die nächsten Foltern zu überstehen. Ich wusste eines mit Sicherheit: Wenn mich das Militär nicht bald befreite, konnte ich nicht garantieren, noch länger durchzuhalten. Es war wie das Atmen: Wenn du zu viel Schmerzen hattest und bei jedem Atemzug hoffen musstest weiterhin Sauerstoff in die Lungen ziehen zu können, verlierst du irgendwann den Sinn zu kämpfen. Irgendwann war die Kraft aufgebraucht und du gleitest friedlich ins Reich der Toten. Genau so fühlte ich mich. Sobald ich keine Kraft mehr hatte, war es vorbei.


Schläge trafen mich im Rücken. Meine Hände waren zusammengebunden und an die Decke gezogen worden. Jemand verpasste mir Schlag für Schlag. Frisches Blut von Schnittverletzungen an meinem Brustkorb und den Beinen flossen an meiner Seite herunter. Immer wieder erwischte ich mich dabei, wie ich der Realität entfloh. Ich war bei Lynn und ignorierte die Schmerzen und die Pein, welche mir durch die Folter zugefügt wurde. Ich sah ihr Gesicht vor mir. Ihr Blondes Haar, die dunkelbraunen Augen. Ihr freudiges Lächeln. Ich war froh, sie kennen gelernt zu haben. Sie hatte die dunklen Wolken in meinem Leben vertrieben, die seit Cath kalter Abservierung über meinem Kopf geschwebt hatte. Das Team hatte mich Anfang beäugt und mich gefragt, ob ich so schnell wieder etwas festes suchen wollte. Doch genau das brauchte ich. Ich wollte nicht in der Ecke sitzen, Cath nachweinen und dem nachtrauern, was ich von ihr nie bekommen konnte. Stattdessen hatte ich Lynn kennen gelernt. Dadurch, dass sie sich mit dem Militär und dem Polizeijob nicht auskannte, war es ein erfrischender Wind in meinen Segeln. Ja, sie hatte Angst um mich. Jedesmal, wenn ich mit der Task Force im Einsatz gewesen war. Welche Sehnsüchte und Ängste sie jetzt hatte, wollte ich mir nicht ausmalen …
»Arrgh!!«, entfuhr es meinen Lippen, als ich einen tiefen Schmerz quer über meinen unteren Rücken spürte. Mein Foltermeister hatte die Machete ergriffen une mich erbarmunglos aus meiner alternativen Realität gerissen. Grob krallten sich seine Finger in meine Haare und zogen ihn nach hinten. Die Spitze Klinge strich mir leich über die Kehle, ein leichtes Rinnsal von Blut floss mir dort herunter. Ich wagte es nicht zu schlucken. Er zischte mir etwas ins Ohr, was ich nicht verstand. Ich war seiner Muttersprache nicht mächtig. Stattdessen wurde mir urplotzlich schwindlich vor Augen. Alles verschwamm und wurde doppelt. Die Beine knickten mir ein, sodass ich nun vollends in meinen Fesseln hing. Mir war nicht gut. Das Herz schlug mir bis zum Halse. Kopfschmerzen plagten mich. Sämtliche Muskeln zitterten. Die Machete verwchwand. »Verdammter Bastard!«, zischte mein Foltermeister mit einem deutlich nahöstlichen Akzent. Ich verdrehte die Augen und bekam kaum noch Luft. Ich wusste was das zu bedueten hatte: Mein Körper quitierte seinen Dienst. Während der Raum immer dunkler wurde und alles um mich herum unerreichbar fern war, tauchte Lynns Gesicht vor meinem Inneren Auge auf. Eine Träne floss mir die Wange herunter und dann glitt ich endgültig in die Dunkelheit.
Diesen Kampf hatte ich verloren. Ich war nicht so unbesiegbar, wie Danny immer behauptete. Nur unbezwingbar. Der IS war es nicht gelungen, mich zu brechen.
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BeitragThema: Re: Soldatenleben   Do Jun 02, 2016 12:00 am

F E V E R

Lynn saß auf einem der alten, klaprigen Holzstühlen, auf denen mittlerweile die grüne Farbe abgeblättert und ausgeblichen war. Die Füße hatte sie hinauf auf die Liegefläche gezogen und sie umklammerte einen warmen Kaffeebecher, als wäre er ihr Anker. Starr war ihr Blick auf den Horizont und dem neuen Morgen gerichtet. Es war Samstagmorgen. Sie hasste das Wochenende. Dann war sie alleine und hatte Zeit zum Grübeln. Und das wollte sie nicht. Oft heulte sie am Wochenende. Es schmerzte in der Brust. Sie hatten den dreißigsten Januar. Steve war schon seit dem vierzehnten November von Hawaii verschwunden. In dieser Zeit hatte sie kein Sterbenswörtchen von ihm gehört. Sie fragte sich langsam, wie lange so ein Einsatz im Durchschnitt dauerte. Das Internet hatte eine facette von Zahlen ausgespuckt, aber nichts konkretes. Musste sie sich langsam berechtigt Sorgen machen oder war alles noch im Grünen bereich? Es waren bald vier Monate vorbei und weit und breit kein Steve.
Lynn nahm einen tiefen Schluck aus der Tasse. Unter der Woche konnte sie sich mit der Arbeit ablenken, doch Zuhause war sie vollkommen ihren Gedanken und Gefühlen ausgeliefert. Auch wenn sie eine eigene Wohnung hatte, schlief sie doch die meiste Zeit in Steves Haus. Sie brauchte das Gefühl, etwas von ihm um sich zu haben.
Als schließlich der Kaffeebecher ausgetrunken war, blieb sie noch einige Momente am Strand, ehe sie aufstand und ihn in die Küche brachte. Danach … ja, was wollte sie denn dann tun? Meistens saß sie doch sowieso nur grübelnd auf dem Sofa, wenn sie nicht gerade den Haushalt warf, doch den hatte sie gestern schon erledigt. Bevor sie jedoch einen Entschluss fassen konnte, klingelte es an der Tür. Sofort wandte sich Lynn darauf zu. Durch das Glas konnte sie nur undeutliche Schemen erkennen, deswegen öffnete sie diese. Vor ihr stand ein Soldat in einer sandsteinfarbenen Tarnkleidung. Sie war verwirrt. Normalerweise standen hochrangige Oficiere vor der Tür, wenn jemand gefallen war. Ihre Finger krallten sich ins Holz der Tür. »Miss Downey, mein Name ist Commander Maxwell. Ich bin Teil von Steves Team. Ich will Ihnen sagen, dass wir wieder hier sind.«
»Wo ist … wo ist Steve?«, brachte sie zitternd über die Lippen. Eigentlich wollte sie die nächsten Worte nicht hören. Auf keinen Fall. Alles in ihrem Innern schrie zur Flucht. Nur weg von hier, doch ihr Körper war wie versteinert. Starr blicktesie den großen Navy-SEAL an. Dieser gab ihr eine Antwort darauf. »Er liegt im Tripler, Ma'am, er wurde im Einsatz verletzt.«
Steve sollte am Leben sein und nicht tot sein? Sie glaubte sich verhört zu haben, aber der Tarnanzug sprach Bände. »Soll ich Sie mitnehmen?«
»Ähm, ja … einen Moment bitte!« Damit machte sich Lynn auf den Weg in ihre Sandalen zu schlüpfen und griff nach Hausschlüssel und Geldbeutel. Danach folgte sie dem Soldaten zu seinem Geländewagen. Der Motor heulte auf und sie fuhren ins Tripler.


Gemeinsam schritten Lynn und Maxwell durch die Flures des Triplers. Er führte sie Zielsicher den Weg entlang. Noch brachte es Lynn nicht über sich zu fragen, was mit Steve passiert war, dass er nicht selbst Hallo sagen konnte. Jemand, der im Krankenhaus lag, konnte durchaus noch ein Telefon bedienen. War er etwa so schwer verketzt, dass er sich nicht hatte melden können? Ich klopfte das Herz bis zum Hals und er war ihr zugeschnürrt, sodass sie kein einziges Wort über die Lippen brachte. In schnellen Schritten versuchte sie mit dem Soldaten mitzukommen und wollte schnell bei ihrem Steve sein. Maxwell wurde langsamer und deutete auf eines der Fenster im Flur. »Dahinter liegt er«, sprach der Soldat mit belegter Stimme aus. Lynn trat näher an die Fensterscheibe heran und nahm all ihren Mut zusammen hindurch zu schauen. Dennoch traf sie der Anblick wie ein Schlag ins Gesicht. »Oh mein Gott, Steve!!«, brachte sie leicht hysterisch von sich.
Steve lag mit geschlossenen Augen im Krankenbett. Sie konnte nicht sagen, welches Stück Haut nicht geschwollen, bunt schillerte oder von Verbänden, Pflastern und Gips bedeckt war. Er sah grauenhaft aus und er war unnatürlich blass. Das war nicht ihr Steve. Was war mir ihm passiert. Sie schlug die Hände vor den Mund und war entsetzt. Was war im Einsatz geschehen? Als hätte Maxwell ihre Gedanken gelesen, begann er von selbst etwas dazu zu sagen. »Er wurde von der IS geschnappt, wir konnten ihn erst am Mittwoch aufspüren und befreien. Sie haben ihn übel Misshandelt. Wir wurden mit ihm sofort nach Rammstein in Deutschland geflogen, wo sie ihm die ersten Operationen unterzogen. Danach wurden wir hergebracht. Es steht nicht gut um ihn. Sein Herz schlägt viel zu schwach und er hat einen Schock durch den hohen Blutverlusst erlitten. Er ist in dem Moment zusammengebrochen, als wir ihn befreit haben. Sie können zu ihm gehen, Miss Downey.«
Fast zu automatisch griff sie nach der Türklinke und trat ein. Auf der Brust, unter einem festen Verband um den Brustkorb lugten die Kabel des EKGs auf seiner Haut hervor. Sie überwachten halbstündig seinen Blutdruck und maßen die Sauerstoffsättigung im Blut. Ihr machte besonders der Schlauch Angst, über den er beatmet wurde. Tränen stiegen ihr auf und kullerten ihr über die Wangen. Sie ergriff seine Hand, die nicht dick eingegipst war, sondern nur eine IV-Nadel auf dem Handrücken truf. Langsam, im Rhythmus des Beatmubgsgeräts, hob und senkte sich seine Brust. Mit zitternden Fingern strich sie ihm über das dunkle, feuchte Haar. Es war länger, als sie es in Erinnerung hatte. Klar, ein Soldat im Einsatz fand nicht so leicht einen Friseur. Seine Haut glänzte vom Schweiß und wenn sie sich nicht irrte, hatte er hohes Fieber. »Komm schon, Steve. Ich will dich wieder lächeln sehen und dich umarmen können. Bitte werde wieder gesund!«, flüsterte sie ihm leise zu. Maxwell stand in der Tür und warf einen undefinierbaren Blick auf den Commander. Er blinzekte nur langsam und schien selbst in einer anderen Gedankenwelt zu sein. Lynn ließ sich auf einen harten Plastikstuhl fallen und blickte ihren Freund eingehend an. Die linke Hand war einfegipst, bis zu den Finterspitzen. Unter der Decke zeichnete sich am rechten Fuß ebenfalls ein Gips ab. Sie hatten ihm offenbar zienlich übel mitgespielt.
Am Hals trug er ein Pflaster. Er sah einfach grauenhaft aus. Es schien, dass jeder freier Zentimeter Haut entweder bunt schillerte oder geschwollen war. »Der Doc sagt, dass er ziemlich hohes Fieber hat. Erst wenn es abklingt ist Steve über den Berg. Sein Herz schlägt viel zu langsam. Seine Armjng ist bereits vor Ort zusammengebrochen. Keiner von uns kann sagen, wie er so lange durchhalten konnte. Sie haben ihm ziemlich übel mitgespielt.« Der SEAL stand mit verschränkten Armen neben der Tür gegen die Wand gelehnt. »Wie … wie lange … seit wann ist er …«, sie verstunmte. Die folfenden Worte bekam sie einfach nicht über ihre Lippen. Unverwandt starrte sie dem Soldaten in die Augen. »Es ist ende November passiert. Seit dem Tag haben wir versucht ihn zu finden.«
Dankend nickte Lynn. Ende November … Steve hatte sich also zwei Monate in der Hand der Terroristen befunden. Was hatten sie mit ihm nur angestellt? Ein eiskalter Schauder kroch ihr über die Lippen. »Bitte, Steve, kämpfe für mich!«
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